Ist die Provision wirklich so schlimm?


Die Provisionen sind ohne Zweifel immer noch hoch. Bei der Anmietung einer Wohnung fallen derzeit in Österreich zwei Bruttomonatsmieten an, dann kommen noch 20% Mehrwertsteuer dazu. Beim Kauf sind es unverhandelt 3% zuzüglich 20% Mehrwertsteuer – also für den Endverbraucher 3,6%. Beim Ankauf von Wohnungen beträgt bei den derzeitigen Wiener Immobilienpreisen die Provision schnell einmal mehr als 10.000,- Euro. Da beim Kauf aber sowieso mit 10% Nebenkosten zu rechnen ist und die Anschaffung einer Wohnung eine sehr langfristige Entscheidung ist, können viele Konsumenten einfacher damit leben. Zusätzlich werden Eigentumswohnungen oft über 25 Jahre fremdfinanziert und da fallen selbst 10.000,- Euro über die Rückzahlung nicht ganz so ins Gewicht.

Bei Mietwohnungen sieht das oft anders aus. Egal ob der Mietvertrag befristet oder unbefristet ist, ist die Drehung bei Mietwohnungen schneller. Und zieht man nach einem Jahre wieder aus, so beträgt die Provision eigentlich einen 2-stelligen Prozentsatz auf die Gesamtmiete.

Ich möchte folgendes Rechenbeispiel aufstellen.
Wohnung 80m² mit Balkon innerhalb des Gürtels im 4. Liftstock, U-Bahn ums Eck :
Gesamtmiete EUR 1.100,- p.M.
Gas und Strom: EUR 110,- p.M.
Haushaltsversicherung: EUR 25,- p.M.
Gesamtkosten p.M.: EUR 1.235,- p.M. oder 14.820,- p.A..
Mietkosten bei 5 Jahren inkl. Inflationsanpassung Anpassung: ca. 80.000,- bei 10 Jahren: ca. 170.000,-
Die einmalige Provision beträgt ca. EUR 2600,-.

Bei einer Mietdauer von 5 Jahren somit 3% der Gesamtkosten und bei einer Mietdauer von 10 Jahren unter 1,5% der Gesamtkosten.
Je länger die Wohnung gemietet wird umso günstiger wird die Provision in Relation zu den Gesamtkosten.

Die Diskussion zu den Provisionen hängt für mich sehr stark von der dahinterliegenden Dienstleistung ab. Die Argumentation der Immobilienmakler geht immer in die Richtung, dass der Mieter ja nur eine Besichtigung von vielen Terminen ist und der eben zu zahlen hat. Im derzeitigen knappen Markt, mit einem hohen Nachfrageüberschuss ist dieses Argument entkräftet. Der Suchende muss viele Wohnungen besichtigen, bis er einen Vermieter findet. Oft werden bei einem Termin mehrere Interessenten durch die Mietwohnung geschleift und die Entscheidung muss rasch getroffen werden.

Ist das Immobilienbüro kompetent und hilfsbereit, zahlt jeder sicher lieber die Provision als nur fürs Türe aufsperren. So viel steht fest.


Frage 11: provisionsfreie Immobilien im Web und vom Makler


Diesmal eine ganz kurze Frage von Alexander:

Gibt es Immobilienbüros bzw Immobilien Homepages die Wohnungen in Wien
ohne Provision anbieten?

Antwort:

Ja, es gibt immer wieder Makler die provisionsfrei anbieten. Remax DCI forciert zum Beispiel provisionsfreie Angebot. Es sind aber auch Bauträger und Privatpersonen, die direkt verkaufen. In Österreich werden meines Wissens weniger als die Hälfte aller Immobilien über Immobilienmakler verkauft.

Eine Seite mit provisionsfreien Angeboten finden Sie in meinem Blog unter:
http://www.wohnungssuche-wien.at/ubersicht-provisionsfreie-immobilien-online/


Frage 8: Nachträgliche Zahlung der Kaution


Jan sendet folgende interessante Frage und Bitte an alle Leser:
Hallo ich bin der Jan wir haben ein Problem und zwar suchen wir dringend eine 2-3 Zimmer wohnung für uns und haben leider kein Geld an der Seite und ein maximales Einkommen von 1300€ und wir brauchen dringend eine Wohnung die provisionsfrei ist und wo sich der Vermieter auf eine nachträgliche Zahlung der Kaution einlässt wir brauchen wirklich sehr dringend eine Wohnung da uns die Mutter meiner Verlobten das Ultimatum 24 dezember gestellt dann müssen wir raus.

Antwort:

Leider kann ich dir da nur bedingt helfen. Vielleicht liest jemand den Artikel, kann dir weiterhelfen und meldet sich bei mir unter beitrag@wohnungssuche-wien.at, dann leite ich deine Mailadresse gerne weiter. Ob sich jemand auf die nachträgliche Zahlung der Kaution einlässt, kann ich nicht beurteilen. Einfach wird es sicher nicht. Als Kaution gilt aber nicht nur Bargeld sondern auch ein Sparbuch als Einlage. Grundsätzlich haben Vermieter aber das Recht eine Kaution in der Höhe von bis zu 6 Monatsmieten zu verlangen, die Regel sind aber 3 Monatsmieten.

Eine Übersicht von Websiten mit provisionsfreien Immobilien.

In einem Dokument von Price Waterhouse habe ich folgende gute Definition für Kaution gefunden:
Die Kaution ist eine Sicherstellung (z.B. durch einen Barbetrag oder ein Sparbuch) eines Vertragsteiles für den Fall der Nichteinhaltung der Vertragsbedingungen durch den anderen Vertragsteil (z.B. bei Mietverträgen Stellung einer Kaution durch den Mieter zur Deckung allfälliger Mietzinsrückstände oder Beschädigungen des Mietgegenstandes bzw. Inventars). Kautionen sind grundsätzlich keine Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, wenn sie dem Mieter im Fall der Auflösung des Vertragsverhältnisses wieder zurückzuzahlen sind. Verfällt hingegen eine Kaution wird sie in diesem Zeitpunkt zu einer Einnahme des Vermieters. Quelle: http://www.findmyhome.at/download/PWC/Steuer_sparen.pdf


Frage 3: Provisionsfreie WGs kostenlos finden


Julia schrieb folgende Frage:

Hallo,
wir suchen eine WG-geeignete Wohnung in Wien und das möglichst ohne Provision… Jetzt wollten wir fragen, ob Sie vielleicht Tipps hätten wo wir KOSTENLOS gute und seriöse Angebote für provisionsfreie Wohnungen finden können? Bzw. für allgemeine Tipps in der Wohnungssuche (derzeitige Preise/m2, worauf sollte man achten, etc.) wären
wir auch dankbar.

Antwort:
Als Portal kann ich http://derStandard.at/Immobilien empfehlen. Dort kannst du gezielt nach provisionsfreien Objekten suchen und zwar in der erweiterten Suche recht weit unten. Es gibt laufend neue Angebote. Über einen Suchagenten kannst du dir die Wohnungen auch tagesaktuell und automatisiert zusenden lassen.
Weitere Portale mit provisionsfreien Wohnungen findest du unter: http://www.wohnungssuche-wien.at/ubersicht-provisionsfreie-immobilien-online/

Zu den Preisen kann ich keine seriöse Auskunft geben, da diese von vielen Faktoren beeinflusst werden, u.a.:

  • Lage
  • Ausstattung
  • Dauer des Mietverhältnisses (es sollte zumindest einen 25%igen Abschlag bei Befristungen geben)
  • Balkone & Terrassen machen Wohnungen immer teuer
  • Platzaufteilung (100m² schlecht eingeteilt wirken manchmal kleiner als 85m² wenn die Wohnung gut geschnitten ist)
  • Betriebskosten
  • Erstbezug oder Zweitbezug

In Hauptuni Nähe in der Josefstadt, Alsergrund müsst ihr schon mit mind. € 10,- pro m² rechnen. Eine schöne, ruhige Altbauwohnung kostet wahrscheinlich eher um die € 12 – 13 pro m² inkl. Betriebskosten – im 10, 11. oder 20 wohl eher € 8,- bis 9,-
Um ein besseres Gefühl zu bekommen, empfehle ich die Immobilienbörsen wie z.B. http://www.willhaben.at zu durchforsten. Da bekommst du ein gutes Gefühl für die Preise und Lagen. Ob die Miete dann noch verhandelbar ist, hängt immer vom Eigentümer ab – einen Versuch ist es aber immer Wert.

Worauf achten:
– Immer mindestens 2 Mal besichtigen – am besten zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen!
– Den Mietvertrag könnt ihr vorab prüfen lassen. Ich glaube das macht immer noch die AK oder der Verein für Konsumentenschutz und der Mieterschutzverband
Nicht unter Druck setzen lassen! Lieber noch einmal drüber schlafen als sofort unterschreiben. Es gibt genügend freie, passende Wohnungen!
Plan mit Größenangaben per Mail anfordern. So erspart ihr euch unnötige Termine!
– Den Schriftverkehr aufheben und Nebenabreden zum Mietvertag immer auch schriftlich festhalten!

Wenn Sie eine Frage zur Wohnungssuche haben, dann schicken Sie mir diese an beitrag(AT)wohnungssuche-wien.at und ich versuche diese per E-Mail innerhalb von wenigen Tagen zu beantworten. Die Fragen veröffentliche ich dann in meinem Blog.