Maklerprovisionen sind zu 40% falsch und überhöht berechnet


Ein neuer Test der Mietervereinigung hat hervorgebracht, dass 40% der Provisionen falsch abgerechnet werden. Erstens verrechnen viele Immobilienmakler noch nach der alten Regelung – nämlich häufig drei Bruttomonatsmieten anstatt der zwei Monatsmieten. Zweitens wird die Umsatzsteuer sehr oft doppelt berechnet. (Details dazu im Blog)
Als Basis werden die Miete inkl. USt. und die Betriebskosten inkl. USt. herangezogen und dann wird auf die Provision erneut die Umsatzsteuer aufgeschlagen.

Eine überhöhte Provisionszahlung kann der Konsument für 10 Jahre zurückfordern und die Mietervereinigung rät auch dazu.

Schauen Sie sich die Berechnung der Provision bevor Sie unterschreiben erneut an. Die Regelungen der Berechnung sind nicht sehr kompliziert und sehr einfach nachzurechnen. Nach der neuen Gesetzgebung müssen auch alle Nebenkosten zur Wohnung offengelegt werden. Diese dürfen ebenfalls nicht in die Berechnung einbezogen werden.


Provisionsregelung neu – Maklerprovisionen seit 1.9.2010


Die neue Regelung der Provisionen hilft den Konsumenten beim Abschluss eines Mietvertrages, da die maximale Provision die Immobilienbüros verrechnen durfte seit 1.9.2010 in vielen Fällen deutlich reduziert wurde. Im Schnitt verlieren Makler und Hausverwaltungen ca. 1/3 der Provisionen.

Kurz zusammengefasst sind die neuen Regeln wie folgt:
Immobilienmakler: Bei Mietverträgen für Wohnungen und Einfamilienhäuser bis zu drei Jahre befristet, zahlen Mieter künftig nur noch eine Monatsmiete an Provision für die Vermittlung an den Makler.
Läuft ein Vertrag länger als drei Jahre oder wird er unbefristet geschlossen, so fallen maximal zwei Monatsmieten an.

Vermittelt ein Hausverwalter eine Wohnung in einem Haus, das er selbst verwaltet, fällt eine halbe Monatsmiete an und ab drei Jahren eine Monatsmiete an.


Angaben in Immobilieninseraten seit 1.9.2010


Seit 1.9.2010 gelten neue Vorschriften für Immobilienmakler. Es wird dabei unter anderem die Höhe der maximalen Provisionen bei Mietwohnungen geregelt, aber auch die Angaben, die Makler bei der Veröffentlichung von Inseraten machen müssen haben sich leicht geändert.

§ 6 der Maklerverordnung regelt die Darstellung der Inserate wie folgt:
(1) Aus Inseraten muß hervorgehen, daß sie von einem Immobilienmakler stammen. Ein Hinweis auf eine Provisionspflicht des Auftraggebers und auf die Höhe der Provision ist abweichend von § 4 Abs. 1 Z 2 nicht erforderlich.
(2) Machen Immobilienmakler Kaufpreisangaben in Inseraten, so ist im Falle der Angabe einer Anzahlung auf die Höhe der laufenden Rückzahlung sowie auf den Gesamtbetrag hinzuweisen.
(3) In Inseraten über Mietwohnungen haben Immobilienmakler Angaben über die monatliche Belastung in Form der Gesamtbelastung sowie – sofern es sich nicht um einen Pauschalmietzins handelt – Angaben über den Hauptmietzins, die Betriebs- und Heizkostenakonti und die Umsatzsteuer zu machen.

Quelle: http://www.wkimmo.info/i/wko/service/immv.pdf

Immobilienmakler mussten bereits vor 1.9. die Inserate als „Maklerinserate“ deklarieren. Jetzt müssen in den Inseraten Hauptmietzins, Betriebskosten, Heizkostenakonti und die Umsatzsteuer extra ausgewiesen werden, sofern es Heizkostenakonti gibt. Diese sind bei den meisten Altbauwohnungen in Wien nicht üblich, weil über Gasetagenheizung befeuert wird. Bei vielen Neubauten in denen Fernwärme eingeleitet ist, gibt es diese Form der Anzahlung.