Maklerprovisionen sind zu 40% falsch und überhöht berechnet


Ein neuer Test der Mietervereinigung hat hervorgebracht, dass 40% der Provisionen falsch abgerechnet werden. Erstens verrechnen viele Immobilienmakler noch nach der alten Regelung – nämlich häufig drei Bruttomonatsmieten anstatt der zwei Monatsmieten. Zweitens wird die Umsatzsteuer sehr oft doppelt berechnet. (Details dazu im Blog)
Als Basis werden die Miete inkl. USt. und die Betriebskosten inkl. USt. herangezogen und dann wird auf die Provision erneut die Umsatzsteuer aufgeschlagen.

Eine überhöhte Provisionszahlung kann der Konsument für 10 Jahre zurückfordern und die Mietervereinigung rät auch dazu.

Schauen Sie sich die Berechnung der Provision bevor Sie unterschreiben erneut an. Die Regelungen der Berechnung sind nicht sehr kompliziert und sehr einfach nachzurechnen. Nach der neuen Gesetzgebung müssen auch alle Nebenkosten zur Wohnung offengelegt werden. Diese dürfen ebenfalls nicht in die Berechnung einbezogen werden.


Frage 9: Richtige Berechnung der Maklerprovision bei Miete


Helmut hat folgende Frage:

Hallo,
Ich möchte um eine Kurze Auskunft ersuchen!

Ich habe ein Mietangebot bekommen, bei dem die Maklerprovision nicht nachvollziehbar ausgewiesen ist.
es wird eine Bruttomiete von 690 € angegeben. zzgl Warmwasser und Heizung 61,95 € (Hauszentralheizung).
die Provision wurde mit 1578 € angegeben.

Sollte die Provision nicht (690-10Ust) x 2 +20% Ust betragen also 1505,46€ ?
Dürfen die Kosten für Warmwasser + Heizung in die Provision einfliessen ?

Antwort:
danke für die E-Mail. Ich bin weder Makler noch Anwalt, daher kann ich keine rechtsverbindliche Auskunft geben und Ihnen nur meine Meinung dazu übermitteln. Grundsätzlich sollte die USt. nicht doppelt berechnet werden d.h. die Nettomiete + BK (beides exkl. USt.) und dann mal 2MM + 20% USt.

Die Bruttomiete definiert sich wie folgt: Bruttomiete = Nettomiete + Betriebskosten (exkl. USt.) – Brutto heißt in diesem Fall nicht zwingend inkl. USt. Der Begriff wird aber oft unterschiedlich ausgelegt und es kommt somit zu unterschiedlichen Berechnungen.
Details zur Definition: http://www.help.gv.at/Content.Node/21/Seite.210220.html#Provision

Die Arbeiterkammer spezifiziert in einem älteren Dokument: Unter der Bruttomiete ist jener Betrag zu verstehen, den der Mieter tatsächlich Monat für Monat an den Vermieter zu überweisen hat, also inklusive sämtlicher Nebenkosten (wie z. B. die pauschalierten Betriebskosten oder Heizkosten, welche jedoch nur herangezogen werden dürfen, wenn es sich nicht um ein Gebäude mit Mietzinsobergrenze handelt), seit der neuen Immobilienmakler-Verordnung 1996 muss die auf die Miete entfallende Umsatzsteuer bei der Provisionsberechnung unberücksichtigt bleiben. Darauf sollte auch in der Praxis genau geachtet werden, denn viele Makler pflegen diesen Umstand zu übersehen. Zu der so errechneten Provisionshöhe kommt noch die gesetzliche Umsatzsteuer (derzeit 20 %).
Quelle: http://www.arbeiterkammer.at/bilder/d5/mietrecht.pdf

Anbei noch ein aktueller Folder der WKimmo, der sehr genau spezifiziert was die Bruttomonatsmiete ist und wie berechnet wird. Ich denke es ist somit ziemlich klar, dass die USt. nicht doppelt verrechnet werden darf, sondern Miete und BK exkl. sein sollten.
Link zum Dokument


Richtwertberechnung bei Kategorie Mietwohnungen in Wien

Viele Mietwohnungen in Wien unterliegen dem sogenannten Richtwert. Der Richtwert wird immer wieder festgelegt und beträgt für Wien seit April 2010 EUR 4,91 netto für Wohnungen der Kategorie A, für Kategorie B 3,68 und für C 2,45 (Details zu Mietzinsberechnung: http://www.wien.gv.at/wohnen/wohnbautechnik/pdf/richtwert.pdf).

Zum Richtwert kommen diverse Zu- und Abschläge, die durch den Vermieter berechnet werden. So gibt es zum Beispiel Zuschläge für die Ausstattung der Wohnung, der Lage, Stockwerkszuschlag, Ruhelage, Lift, Kellerabteil, Größe, Balkon, Terrasse und vieles mehr.

Grundsätzlich müssen sich Vermieter an diese Richtwerte bei Kategoriewohnungen halten! Für einen befristeten Mietvertrag muss es jedenfalls einen 25%igen Abschlag auf den Mietzins geben. Zuerst werden zu den EUR 4,91 alle Zuschläge und Abschläge gerechnet und dann kommt der Befristungsabschlag in der Höhe von 25% wieder weg.

Für eine einfache Überprüfung der Richtwerte gibt es von der Stadt Wien nun ein tolles online Berechnungstool. Damit hat jeder Mieter einer Kategoriewohnung die Möglichkeit zu überprüfen, ob die Miete angemessen ist. Ist die Miete deutlich zu hoch, findet sich auf der Seite auch gleich ein Link zur Schlichtungsstelle, die sich um überzogene Mieten kümmert und den Mietern behilflich dabei ist, die zu viel bezahlten Beträge einzufordern.

Link zum Tool: https://www.wien.gv.at/richtwert/anfrage/